Brief an Brüssel

Brüssel mit seinen bistros die an kurzen wintertagen wie
leuchttürme an einem großen meer strahlen hier wärmst
du dich auf Brüssel das fröhliche mehrsprachige Brüssel
sagst sjoeke couque manneke dikkenek und fritkot Brüssel
wo sich so mancher redlich bemüht den geschmähten
helden der großen überfahrt obdach zu gewähren Brüssel
wo sich gedichte nur an regentagen auf pflastersteinen
zeigen Brüssel mein herz zerbröckelt entlang der gleise

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Gedicht der Fußballspieler von Huttebos

Im Mai 2017 habe ich Huttebos, auf meiner Tour durch Belgien(*) entdeckt. Während Els Moors durch Wallonien gereist ist, zog ich durch Flandern. Zwischen den belgischen Weingärten von Monteberg und Komen-Waasten konnte man auf einem Schwarz-weiß-Foto die Gesichter deutscher bzw. britischer Soldaten von Huttebos sehen. Erster Weltkrieg, Dezember 1914: weihnachtlicher Waffenstillstand. Ein, auf dem Fußballfeld ausgetragener Wettkampf, danach herrschte wieder Krieg. Bald fängt das Jahr 2018 an; vor hundert Jahren ging der Erste Weltkrieg zu Ende. In der jetzigen Weihnachtszeit geht es in meinem Gedicht wieder um den Frieden. Um die Hoffnung auf einen Waffenstillstand in jedem Krieg.

 

(*) deren letzte Vorstellung am 24. Januar 2018 in Passa Porta stattfinden wird.

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„Bouteilles à la mer“

L’avocate a dit
ils sont là depuis 12 ans
leurs quatre enfants ne parlent que français,
c’est vrai, ils sont tous nés ici
mais illégaux tous
des comme eux y en a plein
alors pourquoi voudriez-vous que monsieur T.
se préoccupe de vos amis?
l’avocate a dit
la seule chose à faire
c’est rameuter l’opinion.

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Ancestors

Sage mir,
gibt es einen toten an den du manchmal denkst?
besucht er dich?
redest du manchmal mit ihm?
kennst du die namen deiner vorfahren?
fühlst du dich mit deinen vorfahren verbunden?
wohnt ein ganz bestimmter toter in dir?
ist ein teil von dir mit ihm verschwunden?

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POETISCHES ASYL

21. März ist Welttag der Poesie,
in so düsteren zeiten der ausweisungen,
in denen stets mehr grenzen errichtet werden.
Baue ein Haus der Poesie!
Fülle dein haus, fülle dein leben
Mit Poesie!

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Laurence Vielle, unsere Dichterin der Nation wünscht uns am Tag des Gedichts ein schönes neues Jahr.

Sie möchte uns mit diesem Text auf das Projekt Douche Flux aufmerksam machen, das sich in der Nähe des Bahnhofs Brüssel-Süd befindet.

 

es soll/wird mitten in der stadt

ein gebäude errichtet werden,

in dem obdachlose aufgefangen werden,

mindestens 400 oder 500 obdachlose.

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„Bericht für die Zukunft“, Laurence Vielle

Ich schreibe dir aus einem land wo der nordpol abgedriftet ist
motoren verschmutzen die luft
färben unsere lungen schwarz
kinder traben in den bildschirmen
tiere werden im eiltempo geschlachtet

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LEBEN GEGEN LEBEN

sag / glaubst du das / ? /
12 / menschen ohne papiere / stehen /
200 bewaffneten polizisten 20 kombis 10 hunden 1 helikopter /
aug / in / auge /
gegenüber

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Ursprung

Morgen über Brüssel

ich gehe stromaufwärts den arbeitern entgegen

die alle aus den zügen steigen

flutwelle eiliger leute die in die stadt schwappen

ich gehe stromaufwärts zum ursprung der Schelde

ach welch eine reise

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Das erste Mal

Holla hoooolla
dreht euch wolken singt kirmes
zittert wege münder öffnet euch weit
das erste mal es ist das erste mal
das erste mal dass was?

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