Das achte Gedicht von Els Moors als Nationale Dichterin

je heisser je lieber

 

Autos fahren ans Meer zum Plastiktütenparadies

je heisser je lieber klar mir geht es mies.

 

Ich krieg Fieber von der Liebe

Ich krieg Fieber von der Hitze

Ich krieg Fieber von meiner Mutter

kein Baum auf keiner Spitze

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Das siebte Gedicht von Els Moors als Nationale Dichterin

Dieses siebte Gedicht von Els Moors, ein Video-Gedicht, entstand aus der Reise entlang der belgischen Kanäle und kann als eine Teaser des Dokumentarfilms von Dominique Henry gesehen werden.

 

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Das sechste Gedicht von Els Moors als Nationale Dichterin

Geschrieben anlässlich des Projektes IJzer 2018, das VONK & Zonen zum Gedenken an den Ersten Weltkrieg organisiert.  

 

tod du bist schöner

als das mädchen aus bernstein

das hier aus dem schatten tritt

sie fängt das licht

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Das fünfte Gedicht von Els Moors als Nationale Dichterin

Ruisbrousse. Ein Handbuch für den Zoniënwald ist ein Projekt des Nationalen Dichters, Poëziecentrum und Project Horizon+. Els Moors, der Nationale Dichter, ging zusammen mit dem Schriftsteller und Musiker Dirk Elst in den Zoniënwald. Ihre Erfahrungen im Wald und ihre Tonaufnahmen sind die Inspiration für die Gedichte von Els. Darüber hinaus bietet dieses Handbuch Einblicke in die Horizon+ -Projekte.

 

maßlos tief

und maßlos hoch

und lang und breit

 

mir ist als irre ich

in der weite

des windes umher

 

zurückgeweht

zu einem anfang

nichts findend

 

was nicht woanders

schon zum leben

kommen wollte

 

zersplittert durch

das reinste licht

blind

 

bin ich

bildlos

ruhend

 

in allem was unteilbar

durch die welt

strömt

 

Die Einigung mit Gott, die der geistliche Mensch fühlt, sobald der Herr die Einigung dem Geiste grundlos offenbart, die ist maßlos tief, maßlos hoch, maßlos lang und breit. In dieser Einigung wird der Geist gewahr, daßs er sich selbst durch die Minne entsunken ist in die Tiefe, und entstiegen in die Höhe, und entgangen in die Länge; und er fühlt sich verirrt in die Weite, und fühlt sich wohnend in einer unbekannten Bekanntheit. Und er fühlt sich zerflossen durch das ihm anhaftende Gefühl der Einigung in der Einheit, und durch völliges Ersterben in der Lebendigkeit Gottes.

Aus: Die Zierde des geistlichen Hochzeit. Vom glänzenden Stein. Das Buch von der
höchsten Wahrheit, p. 166, Jan van Ruusbroec, ed. Th. Grieben’s Verlag , Leipzig
z.j., vert. Lambert, F.A.

 

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Das vierte Gedicht von Els Moors als nationale Dichterin

Inspiriert von Haydn, der Novelle Lenz von Georg Büchner und die letzte Worten von Jezus Christus, „vater vergib ihnen denn sie wissen nicht was sie tun“

 

 

in diesen bergen will ich sterben

doch ich gehe noch

auf dem kopf

den schritt im nebel

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Das dritte Gedicht von Els Moors als nationale Dichterin

Im Auftrag von Dichter bij Beeld Middelheim zum Werk ,Die Badenden‚ von Luciano Fabro.

 

wir gingen bis an unsere weißen laken hinein
nicht weiter wir flossen für die welt
wie ein stein im wasser schwebt das sich
kräuselt

und immer wenn es abend wurde
fingen wir blutend an
zu verderben
was uns am morgen leben ließ

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Das zweite Gedicht von Els Moors als nationale Dichterin

meine stadt ist eine des mondes
von corona und havanna und einsam
schlafen gehen von der anderen seite des parks
mit seinen lachenden schwänen

 

eine des aufsteigenden flugzeugs
der müllsäcke der durchreiche
des bistros der abhängigkeiten die die
staatskasse speisen

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Die ersten Worte von Els Moors als nationale Dichterin

Vor fünf Jahren war ich in Berlin. Ich ging viel zu spät zu Bett, obwohl ich wusste, dass ich dadurch riskierte, am nächsten Morgen meinen Flug nach Hause zu verpassen. An diesem Abend hatte ich kaum Geld dabei, aber Catherine, eine britische Übersetzerin von Poesie, schlug vor, uns die Kosten für ein Taxi nach Hause zu teilen. Catherine war ein Mann, der sich im Laufe der Jahre immer mehr zu einer Frau entwickelt hatte. Ihre tiefe Stimme und ihr fragil wirkender Körper gaben mir den Eindruck, dass ich zum ersten Mal wahrnehmen konnte, aus welchem Material Frauen und Männer tatsächlich bestanden.

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Brief an Brüssel

Brüssel mit seinen bistros die an kurzen wintertagen wie
leuchttürme an einem großen meer strahlen hier wärmst
du dich auf Brüssel das fröhliche mehrsprachige Brüssel
sagst sjoeke couque manneke dikkenek und fritkot Brüssel
wo die geschmähten helden der großen überfahrt sich wehren
Brüssel wo sich gedichte nur an regentagen auf pflastersteinen
zeigen Brüssel mein herz zerbröckelt entlang der gleise

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Das erste Gedicht von Els Moors als nationale Dichterin

Übersetzt von Isabel Hessel & Christina Brunnenkamp und dem Übersetzerkollektiv von Passa Porta.


1.


unsere städte liegen im regen wenn die asche fällt
sie wohnen im sturm wie schallendes gelächter

an dieser straßenecke bauen wir das haus
kommt es zum spalten der mauern

unser nachbar unser freund
hat den hund mit quecksilber aus eicheln vergiftet

besitz gleichwertig mit der wertigkeit des besitzers

die bäume unserer landschaft bleiben taub für alle unfairen forderungen
grün im frühling wie das spritzen junger tiere
stehen sie in einem rapsfeld gelb wie ein verstoß

unsere geschichte ist ein orchestriertes registrieren des aus
unannehmlichkeiten geborenen chaos

von wichtigen und weniger wichtigen personen
der ausbeutung des freien lichts

in den augen unfreier menschen
die rhythmische notwendigkeit unserer lieder

aus den fasern des papiers gepresst

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