CARL NORAC wird ab dem Gedichtendag 2020 neue Nationale Dichter

Der französischsprachige Dichter Carl Norac wird ab dem Gedichtendag 2020 (Donnerstag, den 30. Januar) Nationale Dichter.

Een Franstalige auteur neemt het ambt van Els Moors over als vierde Dichter des Vaderlands van België. Vanaf Gedichtendag 2020 wordt de Bergenaar Carl Norac de nieuwe ambassadeur van de Belgische poëzie, over de taalgrenzen van het land heen. Hij erft op die manier de eretitel Dichter des Vaderlands, die eerder al toebehoorde aan Charles Ducal, Laurence Vielle en Els Moors.

Vanaf 30 januari 2020, zal de missie van Carl Norac gedurende twee jaar erin bestaan om gedichten te schrijven, geïnspireerd door heel het land, zijn geschiedenis en actualiteit. Hij zal het Belgische publiek beter leren kennen, en kijkt in het bijzonder ook uit naar het contact met de scholen in ons land. Zijn missie zal zijn: doorheen heel het land en over de landgrenzen heen, de Belgische poëzie bekender maken. Vanaf 23 april zal hij de officiële ambassadeur worden van Els Moors tot aan het einde van haar ambtstermijn en zal hij meewerken aan enkele van haar projecten. Els, op haar beurt, zal haar opvolger vanaf de Nederlandstalige kant ondersteunen in 2020-2021.

Die Worte von Carl Norac

„Es freut mich sehr, zu erfahren, dass ich zum nächsten Nationalen Dichter gewählt wurde.

Der Zeitpunkt dieser Ankündigung hat für mich symbolische und emotionale Bedeutung: Genau in diesem Monat kehre ich nach über zwanzig Jahren, in denen ich in Frankreich gelebt und geschrieben habe, zurück nach Belgien, um in Oostende zu wohnen. Was zählt, ist nicht der Titel, sondern das, was man mit Überzeugung und Demut damit zu erreichen hofft. Ich bin beeindruckt von den Aktionen und Gedichten von Charles Ducal, Laurence Vielle und Els Moors sowie von allen Partnern, die dieses Projekt gemeinsam realisieren.

Seit Langem schon besuche ich Theater, Festivals, Schulen, Gefängnisse, Bibliotheken und verschiedene Gemeinschaften, um über Poesie zu sprechen, und ebenso lange bin ich der Überzeugung, dass diese Kunst mehr denn je dazu dient, das Gewissen der Menschen wach zu rütteln und Stimmen von anderswo und von hier miteinander kommunizieren zu lassen.

Seitdem ich schreibe, stellt diese unsichtbare Grenze bereits ein Problem für mich dar, weshalb sich die Künstler aus den verschiedenen Sprachgemeinschaften in meinem Land nicht sehr gut kennen. Heutzutage gibt es viele Initiativen. Insbesondere die weitreichende und ambitionierte Aktion aller Literaturhäuser für „Poète National-er Dichter des Vaderlands“ spielt eine wesentliche Rolle, und ich werde sie bestmöglich unterstützen. Anfang der 1990er-Jahre wurde mir klar, dass ich „ganz Flandern“ nicht kenne, und ich besuchte jede einzelne Stadt und jede einzelne Landschaft dieser Region. Das Poëziecentrum hat mich zu zahlreichen Festivals eingeladen, danach war ich einige Jahre auf Saint Amour vertreten, und ich konnte an verschiedenen Orten meine Gedichte vortragen. Ich durfte Herman de Coninck, Leonard Nolens und Stefan Hertmans kennenlernen und eine Korrespondenz mit ihnen beginnen, gefolgt von vielen Begegnungen (teilweise in Bergen) mit Hugo Claus, der mit Henri Michaux zu den Dichtern gehört, die mich am meisten beeinflusst haben. Ich lernte auch Künstler wie Carll Cneut, Ingrid Godon und Gerda Dendooven kennen, und es war mir eine große Ehre, ihnen durch unsere gemeinsamen Bücher im französischsprachigen Teil Belgiens und in Frankreich zu mehr Bekanntheit zu verhelfen. Als „Dichter von der anderen Seite“ hatte ich das große Glück, dass meine Werke bei Verlagen wie PoëzieCentrum, Querido, Lannoo, De eenhoorn von Größen wie Ernst van Altena, Bart Moeyaert, Edward van de Vendel und Michael de Cock übersetzt wurden. Ich erzähle das alles, um zu unterstreichen, wie wichtig meiner Meinung nach die Kernidee des Projekts „Nationaler Dichter“ ist, nämlich Dichter aus den drei offiziellen Landessprachen dabei zu unterstützen, einander besser kennenzulernen. Eines der ersten Projekte, die ich in diesem Zusammenhang vorstellen möchte, ist eine einmonatige Bootsfahrt auf einem Binnenschiff durch Belgien, im Rahmen derer alle zwei Wochen Dichter aus den verschiedenen Sprachgemeinschaften an Bord kommen – denn wie wir wissen, braucht es Zeit, um zusammenzukommen –, unter Genuss der lustvollen Trägheit der Fahrt auf Kanälen oder Flüssen (ein wichtiges Thema in der gesamten belgischen Poesie, wie Els Moors kürzlich in einem Videogedicht eindrucksvoll gezeigt hat). Ferner möchte ich auch die Begegnung zwischen der jüngsten Generation von Dichtern fördern, die für Aufruhr sorgt und unsere Codes, unsere literarischen Komfortzonen und unsere Gewohnheiten in Frage stellt.

Als Dichter und Autor, der oftmals auch für Kinder schreibt, hoffe ich, dass es mir gelingt, viele Schulen in den drei Regionen rund um die gleichen Projekte motivieren zu können. Ich sage häufig zu Kindern und Erwachsenen, dass wir in einer Welt leben, in der wir uns nicht nur um Mensch und Umwelt, sondern auch um die Poesie kümmern müssen. Die Kinder und Jugendlichen, denen ich begegne, lieben Poesie und erkennen darin oft mehr als nur traumhafte Metaphern, nämlich eine Möglichkeit, die Welt zu verändern. Diese ausgesprochen optimistischen Perspektiven dürfen nicht lächelnd abgetan, sondern müssen ernst genommen werden. Was wir in letzter Zeit in Belgien rund um die Klimakrise beobachten durften, ist ein konkreter Beweis dafür. Der Poesie gelingt es immer, dem Versuch zu entkommen, sie zu zügeln oder nach bestehenden Standards zu definieren. Ein Teenager namens Rimbaud schrieb einst, dass die Poesie immer „einen Vorsprung“ haben wird.

Geplant ist auch eine originelle Anthologie für Jugendliche mit Kooperationen über die Sprachgrenzen hinweg: Das Werk von Dichtern und Dichterinnen aus jeder Sprachgemeinschaft wird von fantasievollen Künstlern und Künstlerinnen aus der anderen Region illustriert. Im Rahmen von Bergen 2015 erhielt ich die Gelegenheit, darüber zu schreiben, was Menschen auf der Straße über das verraten, das sie bald vergessen haben werden. Ich werde in ganz Belgien Passanten nach dem ersten Gedicht fragen, das sie je geschrieben, gelesen oder gelernt haben, das sie geliebt oder gehasst haben, das sie fast vergessen haben. Dies soll als Einladung zu einer Reise in einem Buch oder einigen Zeilen dienen, die sie auf ihrem Weg zu einer diesmal völlig zeitgenössischen Poesie begleiten können.

Poesie ist oft kurz: eine Sammlung von Momenten, die überall hindurchgleiten können, wie in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder durch Schauspieler, die einem auf der Straße Worte ins Ohr flüstern, und die natürlich – was in diesem Kontext ausschlaggebend ist – als eine andere Sichtweise auf die Nachrichten in der Presse veröffentlicht werden. Ich bewundere die bereits geleistete Arbeit und möchte die Arbeit meiner drei Vorgänger fortsetzen. Es gibt derart viele Möglichkeiten zu erkunden und zu erfinden, wie dieser unaufhaltsame Wunsch, der mich stets dazu bewegt, die Poesie mit anderen Künsten zu konfrontieren – in meinem Fall insbesondere mit Musik und Tanz, diesem sichtbaren Gedicht. In diesen konfusen Zeiten, in denen die Erinnerung an die Geschichte immer schwankender erscheint, bleibt die Poesie diese bewegende, manchmal flüchtige, aber beharrliche Materie, die versucht zu verhindern, dass die Nacht zu sehr in das Herz der Menschheit eindringt. Als Laurence Vielle Nationale Dichterin war und sich auf die Suche nach dem poetischen Zentrum Belgiens begab, hatte ich ihr geraten, zum Beispiel einen Stuhl am Strand von Oostende aufzustellen und sich dort niederzulassen. Genau dorthin gehe ich jetzt unverzüglich. Es wirkt wie der Startschuss zu einer neuen „invitation au voyage“.

Carl Norac (Vertaling: Susan Mahmody)

 

Carl Norac (1960, Bergen) is een Belgische dichter die sinds 20 jaar leeft van zijn pen. In 1998 emigreerde hij naar het departement Loiret, in Frankrijk, maar in 2019 keert hij terug naar België en zal hij zich vestigen in de buurt van Oostende. Sinds 2017 draagt de school in het stadje Neuville-aux-Bois, in de Loiret-streek, zijn naam; een prachtige hommage aan de dichter.

In 2011 vertegenwoordigde hij zijn land voor het Europese project ‘Transpoëzie’: zijn gedichten zijn toen tentoongesteld in de gangen ven de Brusselse metro. Zijn bundels zijn in België drie keer bekroond door de Académie Royale de langue et de littérature françaises. In 2009 ontving hij voor zijn oeuvre de Grote Prijs van la Société des Gens de Lettres à Paris. In 2015 is hij ‘l’artiste complice’ voor de literatuur wanneer zijn geboortestad Bergen wordt aangeduid als culturele hoofdstad van Europa.

Carl Norac schreef bovendien meer dan 80 boeken kinderpoëzie, vandaag de dag al vertaald in 47 talen, voornamelijk uitgegeven door l’Ecole des Loisirs (Pastelcollecties). Verschillende van zijn boeken, zoals Les mots doux (I love you so much) boekten wereldwijd succes (nummer een van best verkochte boeken in de Verenigde Staten in 1996).

In 2017 verschijnt bij Actes Sud een nieuwe bundel van zijn hand: Poèmes pour mieux rêver ensemble, geïllustreerd door Géraldine Alibeu. Vanaf Gedichtendag 2020 is Carl Norac de nieuwe Dichter des Vaderlands.

 

Met de steun van de Nationale Loterij en haar Spelers.